China/Tibet

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      In Tibet hat sich Berichten zufolge erneut ein Tibeter offenbar aus Protest selbst angezündet und ist an seinen Verletzungen gestorben. Tibetischen Quellen im Exil mit guten Verbindungen in die Region zufolge habe sich der 24-jährige Tibeter Yonten bereits am vergangenen Dienstagnachmittag in der osttibetischen Stadt Ngaba (chin.: Aba, Provinz Sichuan) selbst angezündet. Den Berichten zufolge sei Yonten ein ehemaliger Mönch des Klosters Kirti, das insbesondere seit 2008 Schauplatz zahlreicher Proteste und massiver Repression durch die chinesischen Behörden gewesen ist. Die Selbstverbrennung Yontens ist die erste Selbstanzündung eines Tibeters in diesem Jahr. Seit 2009 haben sich mehr als 150 Tibeterinnen und Tibeter, viele von ihnen Mönche und Nonnen, aus Protest gegen die chinesische Regierung selbst angezündet. Zuletzt hatte sich der Tibeter Drugkho, ebenfalls in Ngaba, im Dezember 2018 selbst angezündet. In den sozialen Medien kursieren indes Fotos des verstorbenen Tibeters Yonten, einschließlich seiner Selbstanzündung. Die International Campaign for Tibet (ICT) ist bestürzt über die neuerliche Selbstanzündung. ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „In Tibet herrscht ein totalitärer Polizeistaat. Peking schottet das Land systematisch ab und traurige Vorfälle wie die erneute Selbstverbrennung eines Tibeters sind Ausdruck eines Alltags aus Überwachung, Kontrolle und Indoktrination.
      savetibet.de/pressemitteilunge…er-polizeistaat-in-tibet/
      Eine schreckliche Art zu sterben, um die Aufmerksamkeit der internationalen Presse zu gewinnen...
      China, Tibet und die Pandemie

      Pekings absurdes Schauspiel in Krisenzeiten

      ICT wrote:

      Es ist ein absurdes Schauspiel: Das autokratisch regierte China unterdrückt systematisch erste Warnungen über Corona-Erkrankungen in Wuhan und verhindert damit wirksame Gegenmaßnahmen. Kritiker und Mahner werden festgenommen oder „verschwinden“. Eine folgsame WHO verbreitet noch im Januar, dass Peking alles unter Kontrolle habe. Was folgt ist eine weltweite Pandemie. Nur einige Monate später geriert sich die KP Chinas als humanitäre Macht, die von der Krise besonders betroffenen Ländern vermeintlich uneigennützig und natürlich öffentlichkeitswirksam Hilfe anbietet. Verdrängt ist das systemische Versagen eines autoritären Staates. Peking wünscht indes, dass man es um seine „Entschlusskraft“ beneidet.


      Die KP kann es dabei sogar im Höhepunkt der Pandemie nicht unterlassen, ihren Reflexen freien Lauf zu lassen. Wie jedes Jahr rollen auch diesmal im „sensiblen“ Monat März – in dem des tibetischen Volksaufstandes von 1959 gedacht wird – gepanzerte Fahrzeuge durch Lhasa. Die Botschaft ist klar: Wir sind bereit, jeglichem Protest und Widerstand mit Gewalt zu begegnen und kritische Stimmen mundtot zu machen. Zeitgleich kommt es beim alljährlichen „Frühlingspflügen“ zu grotesken, weil offensichtlich gestellten Bildern. Tibetische Bauern huldigen der KP mit wehenden roten Fahnen auf ihren Traktoren. Peking inszeniert die devote Unterwerfung von Tibetern und droht unverhohlen mit Gewalt.

      Unterdessen greifen die Behörden in Tibet unter dem Vorwand, die Verbreitung von Gerüchten über die Ausbreitung des Coronavirus in China zu unterbinden, zu Verhaftungen, Geldstrafen und harten Eingriffen in die Kommunikation im Internet. So wurden in Nordosttibet 75 Chat-Gruppen geschlossen und mehr als 200 „unter Beobachtung“ gestellt. Zuvor waren 16 Dörfer und fünf Klöster durchsucht worden. Mehrere Männer sollen zu Geld- und Haftstrafen verurteilt worden sein. Offizielle Begründung: Man wolle verhindern, dass „falsche Informationen“ verbreitet würden.

      „Richtige Informationen“ verlangt Peking auch von westlichen Medien, die Propaganda und Manipulation des Regimes aufdecken. Es ist gut, wenn Chinas Druck widerstanden wird. Und es gibt Anlass zu großer Sorge, wenn Regierungen und Medien aus Furcht vor der KP mitsamt ihren kruden Narrativen einknicken.
      Der Panchen Lama - seit einem Vierteljahrhundert verschwunden


      Das tibetische Exilparlament forderte Peking am Sonntag auf, das Wohlergehen und den Aufenthaltsort von Panchen Lama, der zweithöchsten Persönlichkeit in der größten Schule des tibetischen Buddhismus, 25 Jahre nach seinem Verschwinden, offenzulegen.
      Gedhun Choekyi Nyima wurde am 14. Mai 1995 von Dalai Lama als Reinkarnation des Panchen Lama anerkannt. Der 11. Panchen Lama des tibetischen Buddhismus wurde angeblich drei Tage nach der Proklamation im Alter von sechs Jahren zusammen mit seiner Familie von den chinesischen Behörden weggebracht ihr Aufenthaltsort ist seitdem nicht bekannt.
      Ein Panchen Lama ist traditionell als Lehrer und Helfer des Dalai Lama bekannt, des höchsten spirituellen Leiters der Gelug-Schule, der neuesten Schule des tibetischen Buddhismus.
      Anlässlich seines 25. Jahrestages seines Verschwindens fordern die Tibeter die Freilassung des 31-jährigen Gedhun Choekyi Nyima. Seit 25 Jahren gibt es jedoch keine unabhängigen Nachrichten über sein Schicksal.
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